From the monthly archives: Mai 2009

Passend zum letzten Blogpost, hier mal eine Technikspielerei für Frauen die mir statt Entsetzen ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert hat. Jeri Ellsworth ist großartig!

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Da Computer, Handys und coole Elektronikgadgets mittlerweile in fast jedem Haushalt in irgendeiner Form vorhanden sind, wird es für die Hersteller und ihre Marketingmenschen immer schwerer das Bedürfnis nach etwas Neuem zu wecken. Seit einiger Zeit scheinen diese sich deshalb immer wieder auf eine bestimmte Zielgruppe zu konzentrieren: Frauen und Mädchen.

Dabei wird gänzlich missachtet, dass es sich bei einem solchen Gegenstand grundsätzlich um ein geschlechtsneutrales Objekt handelt. Mit der Betrachtung als Lifestyleprodukt scheint hingegen bei vielen der merkwürdige Gedanke ausgebrochen zu sein, dass ein Elektrogerät so lange männlich ist, bis es einen rosa Anstrich, Plüschüberzug oder Gold- und Brilliantenschmuck erhält.

Grundsätzlich gibt es nichts daran auszusetzen, dass man Produkte durch individuelles Design heraushebt, wenn allein durch den technischen Fortschritt und Unterschied nicht mehr KundInneninteresse zu holen ist. Apple hat bereits vor etwa zehn jahren diesen Trend gesetzt, als andere Computer und sämtliche Peripherie noch in eintönigem Graubeige erstahlten. Seither ist individuelles Design zu einem wichtigen Markenzeichen geworden, dem auch andere Hersteller (nachdem sie es teilweise verpennt haben) längst nacheifern. Seit ein paar Jahren beginnt man damit, sich nun also Gedanken zu machen wie man durch bestimmtes Design bestimmte Zielgruppen erreicht. Dabei hilft man sich, wie so oft in der Werbung, mit einfachen Klischees auf die Sprünge: Mädchen mögen rosa, Jungs mögen hellblau. Es scheint für jedes Kind das Erste zu sein, was es im Kindergarten lernt und damit das Leben nach Barbie für die Mädchen erträglicher wird, gibt es nun genau die richtigen Gadgets.

Nun, ich bin weiblich und ich mag rosa und pink. Also wo ist das Problem? Anscheinend entspreche ich doch genau der Zielgruppe. Nicht ganz, denn es gibt da ein paar Tatsachen, die dem knuffig-pinken Erscheinungsbild eine unheimliche Hässlichkeit mitgeben.

Gadgets bekommen Geschlechter

Nein, ich spreche hier nicht von den Kontakten der Steckverbinder. ;)
Es wird mit der Werbung und Produktbeschreibung nicht der Kundin oder dem Kunden selbst überlassen, welche Farbe er oder sie wählt. Mit der Farbe Pink kommt gleichzeitig die Botschaft, dass das Gerät ausschließlich für den weiblichen Gebrauch gemacht ist. Das beweisst zum Beispiel SanDisk mit dem UBS-Stick Cruzer Fleur:

wurden speziell für Frauen entwickelt

Das schlanke, feminine Design und der einziehbare USB-Anschluss (keine Kappe) machen es ideal für Frauen jeden Alters.

Wow, jetzt muss sogar mein USB-Stick schon so sein wie es die Gesellschaft von mir verlangt: schlank und feminin. Was es mit dem einziehbaren Anschluss auf sich hat, kann ich jedoch nicht so recht deuten.

Aber auch Garmin hat es sich 2007 nicht nehmen lassen ein Navigatonssystem speziell für Frauen zu präsentieren:

pink nüvi: Das neue Must-Have-Accessiore für Frauen

… pink glänzendes Navigationsgerät im handtaschenfreundlichen Design.

Kombination mit einem weiteren Klischee, tricky!

Pink aber nutzlos

Diese Werbebotschaften sollten keine Einzelfälle bleiben. Und auch andere Branchen begannen langsam sich einen neuen Trend einzubilden. So kann ich mich noch gut erinnern, dass Tchibo im letzten Jahr ein Werkzeugset im Sortiment hatte, welches durch sein rosa Blümchendesign hervorstach. Entgegen den anderen Artikeln (z.B. sowas), die eher “scherzhaft” auf dem Markt sind, war dieses Set eher ernst gemeint. Ganz klar ist für mich jedoch an was es diesen Rosa-Ungeheuern fehlt: Qualität. Es wird aus dem Gedanken heraus vermarktet, dass Frauen eh kein hochwertiges Werkzeug benötigen, hauptsache es ist pink und sieht nett aus.

Die eigentlichen Kundinnen fühlen sich verarscht

Einen weiteren Höhepunkt was geschlechtsspezifische Lifestylegadgets betrifft, bescherte Dell mit der Della Werbung. Mittlerweile wurden die sexistischsten Werbebotschaften durch Dell von der Website größtenteils entfernt bzw. “abgemildert”.
Die Mädchenmannschaft hat sie jedoch unter anderem noch entdeckt:

Mit Anregungen wie “Once you get beyond how cute they are, you’ll find that netbooks can do a lot more than check your email.”, wird erklärt, dass ein Notebook dabei helfen kann, “smarter” und “healthier” zu werden, dabei besser zu essen und gut organisiert zu sein.

Für Dell ging der Schuss eindeutig nach hinten los, denn zahlreiche Frauen die im Gegensatz zu Dell genau wissen, wofür sie ihr Notebook benötigen, haben ihrem Ärger in Blogs und Communities Luft gemacht (FAIL!). Dabei dürften auch einige sein, die bereits Kundinnen sind oder in Zukunft eher waren.

Pink ist super, rosa ist schick, her mit stylischen Gadgets. Aber liebe Hersteller, bitte verkneift euch eure altbackenen, engstirnigen und sexistischen Werbesprüche und lasst gefälligst Menschen selbst entscheiden, was sie mit den Produkten anstellen. Außerdem: letzte Schrott wird auch durch pinken Anstrich nicht besser und das merkt man früher oder später auch mit rosa Brille.

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Vom 27. April bis 1. Mai fand die UbuntuOpenWeek statt, welche Anwender rund um die Linuxdistribution informiert. Neben zahlreichen Online-Workshops wurde am 29. April Ubuntu Women durch Elizabeth Krumbach vorgestellt. Leider hat es mir die Zeit nicht erlaubt, an der OpenWeek teilzunehmen, deshalb habe ich mir im Anschluss die MeetingLogs angeschaut. Der Beitrag des Women Projektes ist sehr informativ und man bekommt eine gute Vorstellung davon, was Ubuntu Women eigentlich ist und warum das Projekt so wichtig ist. Deshalb folgt an dieser Stelle eine kleine deutsche Zusammenfassung von mir.

Was ist Ubuntu Women?

Ubuntu Women wurde 2005 im IRC und den Foren ins Leben gerufen. Im anschließenden Jahr folgten Mailingliste und Website, sodass dem offiziellen Team nichts mehr im Wege stand. Anfänglich hatte man dabei Debian Women zum Vorbild, doch man merkte sehr schnell, dass das Hauptziel weibliche Entwickler zu gewinnen, wie es Debian zum Ziel hat, nicht ausreicht. Stattdessen möchte Ubuntu Women Frauen ermutigen Teil jeder einzelnen Facette von Ubuntu zu werden.

Dürfen nur Frauen “mitspielen”?

Es gibt keine Anforderungen was das Geschlecht angeht. jede Person die daran interessiert ist, dass Frauen bei Ubuntu mit einbezogen werden ist willkommen. Deshalb findet man auf den Mailinglisten, im Chat und in den Foren sowohl Frauen als auch Männer. Ubuntu Women bietet eine Plattform zur Diskussion. Abgrenzung würde dem Ziel, die Beteiligung von Frauen an der gesamten Ubuntu Community zu erhöhen, entgegenwirken.

Worauf sich Ubuntu Women deshalb konzentriert

1. Unterstützung und Ermutigung

So sehr man sich auch wünschen mag es sei nicht der Fall, es gibt dennoch Sexismus innerhalb der Ubuntu Community. Dieser äußert sich teilweise unauffällig, zum Beispiel durch die Anrede einer Personengruppe als “gentlemen”, teilweise jedoch auch durch völlig offensichtlich sexistische an Frauen adressierte Witze die sowohl von Frauen als auch von Männern als beleidigend empfunden werden können. Aus diesem Grund ist es hilfreich eine Diskussionsplattform zu haben um sich mit anderen Menschen auszutauschen und Fragen zu stellen. Zum Beispiel um zu erfahren, was andere über bestimmte Aussagen/Situationen denken, die für einen selbst unangenehm sind. Aber auch um sich darüber auszutauschen, ob es sich lohnt solche Vorfälle zu melden. Dieser Erfahrungsaustausch trägt dazu bei, dass Menschen (Frauen) auch an Projekten beteiligt bleiben, wenn Probleme entstehen sollten. Außerdem dient die Ubuntu Women Community dem Austausch von aktuellen Ereignissen die Frauen in F/OSS im Allgemeinen betreffen, wie Erfolgsgeschichten aus anderen Projekten.

2. Mentoring und Führung

Da die Beteiligung von Frauen im F/OSS Bereich allgemein sehr niedrig ist, ist Ubuntu oftmals das erste Projekt mit dem Frauen in Berührung kommen. Die erste Frage lautet oft “Wie kann ich Ubuntu helfen?”. Ubuntu Women beantwortet diese Frage, indem dort versucht wird passende Projekte und Kontakte (manchmal MentorInnen) zu vermitteln. Dass es Männern beim Einstieg ähnlich geht, ist Ubuntu Women durchaus bewusst, der Schwerpunkt des Projektes ist jedoch die Erhöhung der weiblichen Beteiligung.

(Allgemeine) Links für den Einstieg:
http://www.ubuntu.com/community/participate
https://wiki.ubuntu.com/ContributeToUbuntu
http://ubuntu-women.org/getinv.html

3. Aktive Frauen innerhalb der Community hervorheben

Für viele Menschen ist es hilfreich, wenn sie innerhalb des F/OSS Bereiches Menschen haben, mit denen sie sich identifizieren können, vielleicht auch Menschen des eigenen Geschlechts. Um auf Frauen aufmerksam zu machen hat Ubuntu Women eine Interview-Serie gestartet, welche im Full Circle Magazine erscheint:

http://wiki.ubuntu-women.org/Interviews
http://fullcirclemagazine.org/

Außerdem gibt es eine Profilseite im Wiki wo man Informationen über andere an Projekten beteiligte Frauen findet:

http://wiki.ubuntu-women.org/Profiles

Zusätzlich werden interessante Neuigkeiten über Frauen in spannenden Projekten, sowie andere beeindruckende Geschichten auf der Mailingliste gepostet.

4. Aufklärung über Sexismus und Feminismus

Wenn vielleicht auch eher unbeabsichtigt, wurde Ubuntu Women zu einer beliebten Diskussionsplattform was Feminismus (Gleichberechtigung) und Sexismus im Allgemeinen betrifft. Daher gibt es zu diesem Thema eine Wikiseite mit Links:

http://wiki.ubuntu-women.org/ChallengingSexism

Wer nun mehr erfahren möchte, ist sicherlich herzlich willkommen beim Ubuntu Women Projekt. Den kompletten MeetingLog im Original gibt es hier.

Da heute mein Interview mit der Mädchenmannschaft veröffentlich wurde, hatte ich sehr sehr viele BesucherInnen. Als ich soeben mal durchging, woher die sonst so kommen, fiel mir ein neues Blog auf. Ich weiß jetzt nicht genau, was ich davon halten soll.

http://ascii-terror.org/wordpress/ wurde wohl heute eingerichtet, mit gleichem Schwerpunkt und ähnlichem Wortlaut in der About-Seite. Falls das jetzt irgendwie vorwurfsvoll klingt: Liebe Betreiberin, ich freue mich, dass wir anscheinend die gleichen Interessen haben, den gleichen Job und im gleichen Alter sind und wir uns beide über elektronische Post freuen. Dennoch erschreckt es mich sehr dein Blog mit verschlafenen Augen zu entdecken und den Eindruck zu haben einen Klon von mir selbst entdeckt zu haben. Vielleicht magst du mir ja selber sagen, was es damit auf sich hat? :) Ich bin neugierig!

6. Mai: Oh und tatsächlich bekam ich Post und freu mich nun auf das neue Blog. :)

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Nachdem sich die Seite im Moment performancemäßig ein wenig beruhigt hat, möchte auch ich alle Menschen da draußen um die Teilnahme an dieser Petition bitten.

Gestern durfte ich beobachten, wie die Anzahl der MitzeichnerInnen innerhalb von kurzer Zeit von knapp 700 auf über 2000 stieg. Derzeit sind es 16724+. Die 50000 bekommen wir voll! Sehr eindrucksvoll lässt sich der Verlauf auch über Twitter beobachten.

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