Currently viewing the tag: "feminism"

Da Computer, Handys und coole Elektronikgadgets mittlerweile in fast jedem Haushalt in irgendeiner Form vorhanden sind, wird es für die Hersteller und ihre Marketingmenschen immer schwerer das Bedürfnis nach etwas Neuem zu wecken. Seit einiger Zeit scheinen diese sich deshalb immer wieder auf eine bestimmte Zielgruppe zu konzentrieren: Frauen und Mädchen.

Dabei wird gänzlich missachtet, dass es sich bei einem solchen Gegenstand grundsätzlich um ein geschlechtsneutrales Objekt handelt. Mit der Betrachtung als Lifestyleprodukt scheint hingegen bei vielen der merkwürdige Gedanke ausgebrochen zu sein, dass ein Elektrogerät so lange männlich ist, bis es einen rosa Anstrich, Plüschüberzug oder Gold- und Brilliantenschmuck erhält.

Grundsätzlich gibt es nichts daran auszusetzen, dass man Produkte durch individuelles Design heraushebt, wenn allein durch den technischen Fortschritt und Unterschied nicht mehr KundInneninteresse zu holen ist. Apple hat bereits vor etwa zehn jahren diesen Trend gesetzt, als andere Computer und sämtliche Peripherie noch in eintönigem Graubeige erstahlten. Seither ist individuelles Design zu einem wichtigen Markenzeichen geworden, dem auch andere Hersteller (nachdem sie es teilweise verpennt haben) längst nacheifern. Seit ein paar Jahren beginnt man damit, sich nun also Gedanken zu machen wie man durch bestimmtes Design bestimmte Zielgruppen erreicht. Dabei hilft man sich, wie so oft in der Werbung, mit einfachen Klischees auf die Sprünge: Mädchen mögen rosa, Jungs mögen hellblau. Es scheint für jedes Kind das Erste zu sein, was es im Kindergarten lernt und damit das Leben nach Barbie für die Mädchen erträglicher wird, gibt es nun genau die richtigen Gadgets.

Nun, ich bin weiblich und ich mag rosa und pink. Also wo ist das Problem? Anscheinend entspreche ich doch genau der Zielgruppe. Nicht ganz, denn es gibt da ein paar Tatsachen, die dem knuffig-pinken Erscheinungsbild eine unheimliche Hässlichkeit mitgeben.

Gadgets bekommen Geschlechter

Nein, ich spreche hier nicht von den Kontakten der Steckverbinder. ;)
Es wird mit der Werbung und Produktbeschreibung nicht der Kundin oder dem Kunden selbst überlassen, welche Farbe er oder sie wählt. Mit der Farbe Pink kommt gleichzeitig die Botschaft, dass das Gerät ausschließlich für den weiblichen Gebrauch gemacht ist. Das beweisst zum Beispiel SanDisk mit dem UBS-Stick Cruzer Fleur:

wurden speziell für Frauen entwickelt

Das schlanke, feminine Design und der einziehbare USB-Anschluss (keine Kappe) machen es ideal für Frauen jeden Alters.

Wow, jetzt muss sogar mein USB-Stick schon so sein wie es die Gesellschaft von mir verlangt: schlank und feminin. Was es mit dem einziehbaren Anschluss auf sich hat, kann ich jedoch nicht so recht deuten.

Aber auch Garmin hat es sich 2007 nicht nehmen lassen ein Navigatonssystem speziell für Frauen zu präsentieren:

pink nüvi: Das neue Must-Have-Accessiore für Frauen

… pink glänzendes Navigationsgerät im handtaschenfreundlichen Design.

Kombination mit einem weiteren Klischee, tricky!

Pink aber nutzlos

Diese Werbebotschaften sollten keine Einzelfälle bleiben. Und auch andere Branchen begannen langsam sich einen neuen Trend einzubilden. So kann ich mich noch gut erinnern, dass Tchibo im letzten Jahr ein Werkzeugset im Sortiment hatte, welches durch sein rosa Blümchendesign hervorstach. Entgegen den anderen Artikeln (z.B. sowas), die eher “scherzhaft” auf dem Markt sind, war dieses Set eher ernst gemeint. Ganz klar ist für mich jedoch an was es diesen Rosa-Ungeheuern fehlt: Qualität. Es wird aus dem Gedanken heraus vermarktet, dass Frauen eh kein hochwertiges Werkzeug benötigen, hauptsache es ist pink und sieht nett aus.

Die eigentlichen Kundinnen fühlen sich verarscht

Einen weiteren Höhepunkt was geschlechtsspezifische Lifestylegadgets betrifft, bescherte Dell mit der Della Werbung. Mittlerweile wurden die sexistischsten Werbebotschaften durch Dell von der Website größtenteils entfernt bzw. “abgemildert”.
Die Mädchenmannschaft hat sie jedoch unter anderem noch entdeckt:

Mit Anregungen wie “Once you get beyond how cute they are, you’ll find that netbooks can do a lot more than check your email.”, wird erklärt, dass ein Notebook dabei helfen kann, “smarter” und “healthier” zu werden, dabei besser zu essen und gut organisiert zu sein.

Für Dell ging der Schuss eindeutig nach hinten los, denn zahlreiche Frauen die im Gegensatz zu Dell genau wissen, wofür sie ihr Notebook benötigen, haben ihrem Ärger in Blogs und Communities Luft gemacht (FAIL!). Dabei dürften auch einige sein, die bereits Kundinnen sind oder in Zukunft eher waren.

Pink ist super, rosa ist schick, her mit stylischen Gadgets. Aber liebe Hersteller, bitte verkneift euch eure altbackenen, engstirnigen und sexistischen Werbesprüche und lasst gefälligst Menschen selbst entscheiden, was sie mit den Produkten anstellen. Außerdem: letzte Schrott wird auch durch pinken Anstrich nicht besser und das merkt man früher oder später auch mit rosa Brille.

Getagged mit
 

Ich muss zugeben, ich habe ein Problem mit geschlechtsneutraler und geschlechtsspezifischer Form in der deutschen Sprache. Das Problem äußert sich vorallem dann, wenn ich geschäftlich an Personen schreiben muss oder Fachartikel oder beispielsweise einen Deutschaufsatz, oder oder oder…

Grundsätzlich bin ich etwas enttäuscht davon, dass es im Deutschen so oft heißt: “Frauen sind doch mitgemeint” (Generisches Maskulinum). Ich mag deshalb das Binnen-I sehr gerne, stoße aber auch da oft an Grenzen wo ich nicht weiß, wie ich jetzt formulieren soll, was ich eigentlich sagen will, über wenn ich spreche, wen ich anspreche. Erschwerend kommt hinzu, dass das Binnen-I in Deutschland gegen die Rechtschreibregeln verstößt und in meinem Bundesland sogar vom Kultusministerium “verboten” wurde.

Ich werde in Zukunft noch viel lesen, bis ich endlich eine für mich befriedigende Lösung gefunden habe. Ich werde auch noch viel schreiben, bis ich endlich selber einen durchgängigen Stil erreiche. Schon jetzt springen mir aber oft so richtige Aufreger ins Gesicht.

Letzte Woche habe ich mir bei der Arbeit mal ein paar Weiterbildungsangebote angeschaut die per Post kamen. In der Kursbeschreibung und im Titel eines Seminares wurden ausdrücklich “Sekretärinnen und Assistentinnen” angesprochen, während im nächsten Flyer “Ingenieure und Techniker” die Zielgruppe waren. Ich habe viel Verständnis für das Generische Maskulinum aus Gründen der Lesbarkeit oder ähnlichen Begründungen. Ich habe aber KEIN VERSTÄNDNIS für solche eindeutig klischeehaften, geschlechtsbezogenen “mal so, mal so” Formen. Den Seminaranbieter habe ich dann anonym und höflich darauf hingewiesen, dass es mich als Frau nicht gerade anspricht einen Kurs bei ihnen zu belegen. Zurück kam der Hinweis, dass sie zukünftig darauf achten werden und es sich ausschließlich um Entscheidungen aufgrund der Lesbarkeit handeln würde. Aha! Ich werde euch weiter beobachten, meinem kritischen Seitenblick entgeht ihr nicht. :)

Getagged mit
 

Einfach mal so:
Es verwirrt, wenn man plötzlich eine unheimlich dumme, sexistische Aussage zu hören bekommt, von Menschen von denen man das nie erwartet hätte.

Und ich sage mir so oft: er meints nicht so, er weiß es nicht besser, er macht nur Spaß, ich hab es falsch verstanden, ich sollte nicht alles auf die Goldwaage legen, ich bin enttäuscht.

So viele Sachen über die ich schreiben mag und so wenig Zeit! Gerade lauern noch 6 Entwürfe auf dem Dashboard und möchten fertig gedacht/geschrieben und hier veröffentlicht werden.

Getagged mit
 

Spiegel Online berichtete gestern über den Trubel um die neue ARD Serie “Eine für alle – Frauen können’s besser?” und bezieht sich darin (wenn auch nicht offensichtlich) auf die Diskussion im Internetforum zur Serie. In der Serie selbst geht es grob gesagt um eine Frau die von Beruf Schweißerin ist und Familie inklusive Kinder hat.

Neben empörten Männern (und Frauen) hat die Serie und die zugehörige Werbung mal wieder eine hitzige Diskussion darüber angelockt, wer denn nun eigentlich wo benachteiligt wird.

Alle Aufregung ist erst einmal durchaus nachzuvollziehen. So bezeichnet beispielweise die Radiowerbung Männer schon seit Wochen provokativ “als lebendes Verkehrshindernis, herumirrender Gockel oder Versager”. Wer nun glaubt, KritikerInnen mangelnden Humor unterstellen zu müssen, stelle sich die Werbung einmal in umgekehrter Fassung – Beleidigungen gegenüber Frauen – vor. Meiner Ansicht nach bleibt Sexismus immer Sexismus, egal welches Geschlecht diskriminiert wird. Ein humorvoller Umgang mit Klischees ist in Ordnung, Sexismus ist nicht in Ordnung! Es ist ebensowenig okay männerverachtende Werbung zu machen wie frauenverachtende und es ist noch dazu alles andere als zielführend, es auch noch als Feminismus zu bezeichnen, sich über Männer lustig zu machen. So wird aber leider in einem Forenbeitrag das Programm der Öffentlich-Rechtlichen als “Ideologie einer feministischen Meinungsclique” bezeichnet.

Würde es der Definition von Feminismus entsprechen, dass wir eine Mauer zwischen den Geschlechtern hochziehen, uns gegenseitig bekriegen und mit Hassparolen bespucken, müsste ich mich ganz klar von diesem Feminismus distanzieren. Leider entspricht genau dies dem Bild von Feminismus das die (ansonten zu recht) empörten Männer im Serienforum meinen zu kennen. Neben der Aufregung über Beleidigungen, wird nämlich mal wieder erwähnt, dass die “Gleichberechtigung dann ein wenig zu weit gegangen” sei und auf die Benachteiligung von Jungen in unserem Bildungssystem hingewiesen.

Gleichberechtigung kann nicht zu weit gehen, denn Gleichberechtigung ist wie der Name schon sagt GLEICHberechtigung und somit geschlechtsunabhängig. Es ist nicht im Sinne von Gleichberechtigung und auch nicht im Sinne von Feminismus Männer oder Jungen zu benachteiligen. Leider scheint dies für einige Menschen schwer zu begreifen zu sein. Sodass in deren Ansicht die Ünterstützung von Frauen immer automatisch eine Benachteiligung von Männern mit sich bringt. Nur dumm, dass überhaupt nicht danach geschaut wird an welchen Stellen und aus welchen Gründen Frauen überhaupt unterstützt werden und dass dies nicht ausschließt, dass an anderen Stellen Männer Unterstützung benötigen.

Deshalb zum Abschluss noch eines: Liebe ARD, Sexismus bleibt Sexismus und der hat in der Werbung und in Serien nichts zu suchen.

Getagged mit
 

Ich wurde auf einen Kurs der Universität Wien Informatik & Geschlecht aufmerksam gemacht. Leider bin ich weder Studentin, noch habe ich momentan genügend Zeit übrig. Angemeldet habe ich mich trotzdem einfach mal, in Hoffnung nicht einfach rausgeschmissen zu werden. Da alles digital stattfinden wird, spielt die Entfernung die eine Teilnahme sonst eh absolut unmöglich gemacht hätte zum Glück keine Rolle.

Getagged mit
 
Set your Twitter account name in your settings to use the TwitterBar Section.